Historie Drehmaschinen 1

Die Historie der Drehmaschine, Teil 2

Das gemeinsame Merkmal aller Drehmaschinen ist das sich drehend Werkstück. Um diese drehende Bewegung zu erzeugen, haben sich die Menschen im Laufe der Zeit sehr viel einfallen lassen. Der Begriff “Drehmaschine” selbst stammt aber wohlweislich aus neuerer Zeit.

Drehende Werkstücke müssen daher nicht zwangsläufig Metalle oder Holz sein, sondern das Prinzip des drehenden Werkstückes kann sehr wohl auch auf Spindeln zur Erzeugung von Wolle oder Stoffen oder auch bei der Töpferscheibe als verwandt angesehen werden.

Kleinere erste “Drehmaschinen” waren in der Frühzeit wohl die von Hand, Bogen oder einer Sehne angetriebenen Werkstücke aus Holz, Elfenbein, Knochen, Bernstein oder auch weichere Halbedelsteine, aus denen sich Schmuckstücke haben fertigen lassen.

Mitte des 13.  Jahrhundert erschienen erste “Drehmaschinen”, deren Drehleistung manuell durch den Arbeiter oder auch einer Hilfsperson erzeugt wurde. Eines Schnur oder Lederband wurde um das Werkstück gewickelt und in Drehbewegung versetzt, während ein anderer mit einem meißelähnlich Gegenstand das Werkstück bearbeitete.

Auch die Römer waren bereits vertraut mit einer Drehmaschine bzw. Drechselbank, auf der sie feine und filigrane Arbeiten aus Holz herstellten (Deckeldosen, Behälter aus Buchsbaum oder Verzierteile für Möbelteile).

Archäologische Ausgrabungen belegen, das auch bereits für die Wikinger Drechselarbeiten eine wichtige Rolle spielten.
Die Wikinger waren große Handwerker und natürliche Holzarbeiter, die fast jeden Tag Haushaltsgegenstände aus Holz gestalteten.

Die früheste Darstellung einer Wippdrehbank finden wir  im 13. Jahrhundert. Ein sehr stilisiertes Glasfenster in der Kathedrale von Chartres zeigt deutlich, wie eine Frau an der Drehbank komplett mit Fußpedal sitzt. Eine viel genauere Wiedergabe ist in einer französischen, illuminierte Handschrift gefunden werden.

Eine deutsche Familie namens Mendel gründete ein Heim für ältere Handwerker im Jahre 1388. Im Jahr 1425 stiftete die Familie ein “Hausbuch”, in dem eines ganzseitiges Porträt des verstorbenen Handwerker mit einer Drehmaschine abgebildet wurde. Das Maschinenbett – eine feste “Tischplatte” aus einem einzigen Stück Holz gefertigt – ist ungewöhnlich, obwohl bereits ein Vorläufer in Wales für diesen Entwurf des 13. Jahrhundert existiert !

Das “Buch des Handels”, das in Nürnberg im Jahr 1568 veröffentlicht wurde, enthält einen Holzschnitt von dem, was wir vielleicht eine Serienproduktion nennen könnten. Seine Werkstatt liegt zur Straße und dient auch als ein Geschäft vor. Der deutsche Text sagt: “Der Dreher macht Schmuckkästchen von Buchsbaum, Etuis, Kanzeln, Bettpfosten, Hammergriffe und Schlägel. Er wird gezeigt, auch in seinem “Laden” sind Geschirr, Möbel Beine, eine Flöte und Trinkflaschen auf doppelte Achse gedreht. All dies zeigt die Vielseitigkeit und Bedeutung der Wippdrehbank in einer blühende mittelalterliche Stadt.

Es mag überraschend erscheinen für viele Menschen, die lange Geschichte der Verwendung von Drehmaschinen oder Drehbänken – man könnte denken, dass die frühe Nutzung des Rades größere Auswirkungen gehabt hätte. Es ist unmöglich, die exakte chronologische Geschichte der Drehmaschine nachzuvollziehen.

 

 

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